Tuberositas radii

Was ist die Tuberositas radii?

Unter der Tuberositas radii versteht man einen Knochenvorsprung mit rauer Oberfläche an der Speiche, die nahe des Ellenbogengelenks gelegen ist.

Manchmal wird den Arztbriefen oder in Operationsberichten die gleiche Stelle auch als Tuberkulum radii bezeichnet.

Besondere Bedeutung hat die Tuberositas radii als knöcherne Verankerungsstelle der körperfernen Sehne des Musculus biceps.

 

Verständliche Erklärung:

 

grafische Darstellung von Ellenbogen, Unterarm und Handgelenk

In der obigen Grafik ist die Speiche (lateinisch: Radius) in roter Farbe hervorgehoben. Nahe des Ellenbogens erkennen Sie an der Speiche eine kleine Knochenvorwölbung. Diese Knochenvorwölbung ist mit einem schwarzen Pfeil markiert. Die Knochenvorwölbung entspricht der Ansatzstelle der körperfernen Bizepssehne. (Der Tuberositas radii).

 

 

Bedeutung der Tuberositas radii:

Die körperferne Bizepssehne kann durch Unfälle oder auch durch degenerative Schädigungen der Sehne, von der Tuberositas radii abreißen. (Also von der Knochenrauhigkeit an der Speiche nahe am Ellenbogengelenk).

Bei Unfällen kann die körperferne Bizepssehne auch mit einem Knochenstück aus ihrem Ansatz am Knochen abreißen.       
Beim Riss der körperfernen Bizepssehne verlagert sich der Bauch des Musculus biceps in Richtung Oberarm und Schulter.

 

Diagnose:

Die Beurteilung des Knochens – Tuberkulum radii – ist auf konventionellen Röntgenaufnahmen möglich. Sollen Weichteilschädigungen in der Nähe des Tuberkulum radii mit dargestellt werden, ist die Kernspinntomographie (das MRT) die Untersuchungsmethode der Wahl.

 

Kernspinntomogramm von Elle und Speiche sowie des Ellenbogens.

 

Der rote Pfeil in obiger Abbildung zeigt das Tuberkulum radii und zusätzlich einen Riss der körperfernen Bizepssehne.

 

Therapie:

Ist die körperferne Bizepssehne vollständig von der knöchernen Verankerungsstelle – am Tuberkulum radii – abgerissen, so ist die Wiederherstellung der Muskelfunktion nur durch eine operative Behandlung der Bizepssehnenruptur möglich.

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