Arthrodese

 

Was ist eine Arthrodese?

Unter Arthrodese versteht man eine (meist operativ) herbeigeführte Versteifung eines Gelenks. (Zum Beispiel Arthrodese des Handgelenks oder Arthrodese des Sprunggelenks).

 

Verständliche Erklärung der Arthrodese:

die Abbildung unten zeigt den prinzipiellen Aufbau eines Gelenks. In einem Gelenk stoßen nicht einfach zwei (oder mehr) Knochen gegeneinander.

prinzipieller Aufbau eines Gelenks mit Gelenkknorpel und Gelenkspalt.

 

Der Knochen ist gelenknahe von einer mehrere Millimeter dicken Schicht aus Knorpel bedeckt. Der Knorpel im Gelenk sorgt für eine fast reibungsfreie Bewegung der Knochen gegeneinander und federt auch Stöße in dem Gelenk ab.

 

Wird ein Gelenk über eine längere Zeit ruhiggestellt, so sorgt der Knorpel zusätzlich dafür, dass die Knochen nicht miteinander verwachsen.

Bei einer Arthrodese (Gelenkversteifungen) wird die Knorpelschicht über den Knochen, die das Gelenk bilden entfernt und das Gelenk meist mit Kirschnerdrähten oder einer Platte ruhiggestellt. Es verwachsen dann nach mehreren Monaten die Knochen fest miteinander.

Warum führt man eine Arthrodese durch?

Der Grund für eine operativ herbeigeführte Arthrodese (Gelenkversteifungen) sind nahezu immer erhebliche Beschwerden, die mit anderen Möglichkeiten nicht ausreichend bekämpft werden können.

 

 

Worin besteht der Effekt einer Gelenkversteifung (Arthrodese)?

Ist in einem Gelenk der Gelenkknorpel in erheblichem Umfang geschädigt, so führen Bewegungen des Gelenkes oft zu sehr starken Beschwerden. Die Zerstörung des Gelenkknorpels kann sowohl Folge eines Unfalls als Folge eines Knorpelverschleiß (Arthrose) sein.

Nach einer gelungenen Gelenkversteifung (Arthrodese) sind die Bewegungen des Gelenks vollständig aufgehoben. Sind die Knochen in dem ehemaligen Gelenk einmal fest miteinander verwachsen, so lassen meist auch die durch die Bewegung verursachten Beschwerden in dem Gelenk nach.

Der Patient kann dann zwar das Gelenk nicht mehr bewegen, ist jedoch schmerzfrei. Eine schmerzfreie Extremität kann – trotz eines versteiften einzelnen Gelenks – meist besser eingesetzt werden als mit einem schmerzenden Gelenk.

 

Welche Gelenke werden häufig versteift?

Handgelenksversteifung mittels einer Platte.

 

Ein klassisches Beispiel für eine Arthrodese (Versteifung) ist die Versteifung des Handgelenks (Handgelenksarthrodese). Nach operativer Entfernung des Knorpels zwischen der Speiche und den Handwurzelknochen erfolgt die Ruhigstellung meist mit einer Platte. (Abbildung oben). Dabei wird das Handgelenk meist in einer Mittelstellung versteift. (Dabei bleiben die Finger beweglich und die Hand kann auch gedreht werden).

 

Eine weitere häufig durchgeführte Arthrodese (Gelenkversteifung) wird an den Fingerendgelenken oder an den Fingermittelgelenken praktiziert, wenn diese Gelenke infolge einer Arthrose stark schmerzen und zerstört sind. Man spricht dann von einer Endgelenksarthrodese bzw. einer Mittelgelenksarthrodese

Arthrodese eines Fingerendgelenks mittels zweier Kirschnerdrähte.

 

 

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